Schulleben

Stadtführung durch Letter

Als das neue Sachunterrichtsthema „ Mein Heimatort“ in unseren 4. Klassen anstand, waren alle mit Eifer dabei.

Wir haben unsere Eltern, Onkel, Tanten, Omas und Opas befragt aber auch Bücher und Bilder mit zur Schule gebracht.

Der krönende Abschluss der Einheit war dann aber die Stadtrundführung, die Frau Scholl vom Verein „Letter fit“ mit uns gemacht hat.

Vor allem die Geschichte unserer Schule hat uns brennend interessiert. Brennend ist auch ein gutes Stichwort. Denn wir haben erfahren, dass während des 2. Weltkrieges auch unsere Brüder-Grimm-Schule „etwas abbekommen“ hat. Zum Glück war es nur der Dachstuhl, der etwas in Brand geraten ist und auch schnell gelöscht werden konnte. Tatsächlich sieht man aber auf dem Dachboden unserer Schule noch ein paar wenige Spuren von diesem Brand aus dem Jahre 1944.

Gestaunt haben wir, als Frau Scholl erzählte, dass unsere Schule 1893 errichtet wurde und seitdem immer wieder Anbauten hinzukamen. So ist zum Beispiel 1922 der Anbau mit dem Lehrerzimmer hinzugekommen. Auch wurde ein Zeichenraum und ein schuleigener Filmraum errichtet. Cool, dachten wir, ein eigenes Kino in unserer Schule.

Ausflug 4d 2

Im Jahr 1946 wurde in unserer Schule morgens, mittags und auch abends gelernt, da es 934 Schülerinnen und Schüler gab, aber nur 14 Lehrer. Also musste kurzer Hand im „Schichtbetrieb“ unterrichtet werden.

Unsere Schule ist übrigens die vierte Schule von Letter. Bald zieht die komplette Schule aber um. Zum Glück dürfen wir Viertklässler auch noch in der fünften Schule von Letter lernen.

Die zweite Schule von Letter war nur ein Steinwurf von unserem jetzigen Standort entfernt. Das Fachwerkhaus steht immer noch in der Straße „Im Sande“ und ist von 1786. Somit ist es das älteste Haus von Letter, welches noch an seinem ursprünglichen Errichtungsort steht.

Frau Scholl berichtete uns an diesem historischen Ort, dass die Herbstferien noch ein Überbleibsel aus der alten Erntezeit sind. Früher hießen sie jedoch Kartoffelferien. Alle mussten auf dem Feld mit anfassen, auch die Mädchen und Jungen. Selbst die Lehrer haben zu dieser Zeit die Ferien auf ihren Feldern verbracht, da sie von ihrem kleinen Gehalt, was sie für das Unterrichten bekamen, nicht leben konnten.

Unsere Zeitreise ging weiter auf der Stöckener Straße. Früher hieß sie „Dorfstraße“. Wir haben auch noch ein altes Straßenschild, auf dem „Dorfstraße“ steht, an einer Hausmauer entdeckt.

Ausflug 4d 1

Plötzlich blieb Frau Scholl an einem Vorgarten stehen und fragte uns, was das für ein Topf sein könnte.

Wir staunten nicht schlecht als sie berichtete, dass es sich hierbei um eine alte „Waschmaschine“ handelte. Allerdings nicht -wie wir das heute kennen- mit Strom. Die Waschmaschinen von früher wurden von unten angefeuert und in einem darüberliegenden Wasserkessel die Wäsche gewaschen.

Irgendwann standen wir dann vor dem Supermarkt NP und wünschten uns in die alte Zeit zurückversetzt, denn damals gab es an dieser Stelle ein Kino.

Auch das Rathaus konnten wir uns zum Glück noch angucken. Wir fragten uns, warum der Brunnen vor dem Rathaus diese Striche und Kerben im Stein hat. Frau Scholl erklärte uns, dass es sich um den „Wulfes Brunnen“ handelt und die Soldaten ihre Schwerter an den Brunnen schlugen, um im Krieg unverwundbar zu sein.